Lichtklang-Installation in der Ordenskirche Bayreuth

In der ursprüngliche geplanten Uraufführungswoche der MESSE DES KOSMOS, der neuesten Komposition von Michael Lippert, ist nun von Sonntag, den 22. November bis Sonntag, den 29. November 2020 unter dem Motto „KunstRaumKosmos Ordenskirche“ eine Lichtklang-Installationen in der Ordenskirche zu erleben. Dabei werden die großen Themenfelder der MESSE DES KOSMOS, also Schöpfung, Mystik und Spiritualität, sowie die Transformation des Christentums in der Moderne aus den unterschiedlichsten Blickwinkeln betrachtet und kreativ entfaltet. Geplant waren als Begleitprogramm u.a. skulpturale Lesungen, Performance, improvisierte Klangrituale und Konzerte.
Aufgrund der aktuellen Corona-Beschränkungen wird die Lichtklang-Installation nun zur Lichtklang-Meditation. Sie ist auch während des Lockdowns in der geöffneten Ordenskirche von 16.00 Uhr bis 20.00 Uhr aktiv – also etwas länger als ursprünglich vorgesehen.
Anstelle der geplanten Begleitveranstaltungen finden an jedem Tag um 18.00 Uhr und um 19.30 Uhr Kurzandachten zu den Bildern zur Schöpfungsgeschichte der Tutzinger Malerin Dörthe Fürbeck bzw. zu dem ursprünglich geplanten Thema statt. Am Sonntag, den 29.11.2020 – dem 1. Advent – wird um 17.00 Uhr die Reihe mit einem musikalischen Gottesdienst mit dem Titel „Siehe, ich mache alles neu! – Weihnachten und der Kosmos“ abgeschlossen.

KunstRaumKosmos Ordenskirche

Die MESSE DES KOSMOS wartet auf ihre Uraufführung!
Die neueste Komposition des Bayreuther Kirchenmusikers Michael Lippert – in einer Besetzung für großen Chor, Solisten und Orchester – sollte ursprünglich mehrmals im November 2020 in einer Version als Gesamtkunstwerk aus Licht und Musik in der Ordenskirche Bayreuth St. Georgen aufgeführt werden. Aufgrund der Corona-Pandemie muss dies auf das Frühjahr 2022 verschoben werden.
In der ursprünglichen Uraufführungswoche vom 22. November bis zum 29. November 2020 findet nun unter dem Motto „KunstRaumKosmos Ordenskirche“ eine Ausstellung mit Lichtklang-Installationen, Performance und skulpturalen Lesungen statt. Dabei  werden die großen Themenfelder der MESSE DES KOSMOS, also Schöpfung, Mystik und Spiritualität, sowie die Transformation des Christentums in der Moderne aus den unterschiedlichsten Blickwinkeln betrachtet und kreativ entfaltet.

Der Kirchturm und der Kosmos

Das Turmblasen geht weiter!
Auch wenn schon wieder kleinere Gottesdienste stattfinden können wird weiterhin an jedem Sonn- und Feiertag um 9.30 Uhr nach dem Glockenläuten vom Turm der Ordenskirche Bayreuth St. Georgen ein Choral in alle vier Himmelsrichtungen geblasen.

Pfingstsonntag, 31. Mai, „Komm, Gott Schöpfer, Heiliger Geist“
Pfingstmontag, 1. Juni, „Freut euch, ihr Christen alle“
Sonntag (Trinitatis), 7. Juni, „Brunn alles Heils, dich ehren wir“
Sonntag, 14. Juni, „Von Gott will ich nicht lassen“
Sonntag, 21. Juni, „Herr Jesu Christ, dich zu uns wend“
Sonntag, 28. Juni, „Meinen Jesus lass ich nicht“
Sonntag, 5. Juli, „O Gott, du frommer Gott“
Sonntag, 12. Juli, „Wach auf, du Geist der ersten Zeugen“
Sonntag, 19. Juli, „Ich bin getauft auf deinen Namen“
Sonntag, 26. Juli, „Nun lasst uns Gott dem Herren“
Sonntag, 2. August, „Sonne der Gerechtigkeit“

Mit dem 2. August endet die diesjährige Turmblassaison!
Im Sommer 2021 soll es weitergehen.

Sela – Empor! – Der Aufstieg als Einstieg in den Kosmos
Einige persönliche Gedanken zum Turmblasen

Sela –Empor! Das alte Psalmwort Sela – Martin Buber übersetzt es mit „Empor!“, und empor geht es auch beim Aufstieg auf den Turm. Stufe für Stufe steige ich nach oben, vorbei an der ersten und zweiten Empore, über den alten barocken Dachstuhl, durch mehrere Turmgeschoße, über eine steile Stiege durch die Glockenstube mit ihren fünf Glocken bis zum Turmumgang unter der welschen Haube.
Der Schritt hinaus ins Freie ist dabei immer ein besonderes Erlebnis, ein Schritt wie in eine andere Dimension. Es ist nicht nur die schöne Aussicht, der Blick auf die Stadt und das Land, vom Vulkankegel des Rauhen Kulm über den Sophienberg, den Hummelgau, den Tafelberg der Neubürg bis hin zum Juraabbruch und dem Kordigast bei Burgkunstadt, der über dem Festspielhaus zu erkennen ist. Fast fühle ich mich wie der Luftschiffer Giannozzo in seiner Montgolfiere aus Jean Pauls berühmter Erzählung. Es ist der ganze Erdkreis, der da plötzlich präsent ist und der Turm mit seinen Glocken wie ein Kraftzentrum, das in ihn hineinragt.
„Glockenschall, Glockenschwall supra urbem, über der ganzen Stadt, in ihrem von Klang überfüllten Lüften.“ Mit diesen Worten beginnt Thomas Manns Roman „Der Erwählte“, ein Roman über die Gregorius-Legende. Und auch unter mir in der Glockenstube beginnt ein Schwingen und Schaukeln, ein Wogen und Wiegen. Urklang quillt hervor, quillt hinaus ins Weite. Klang durchströmt die Schöpfung – ein kosmisches Geläute durch Wolken, Luft und Winde, das Himmel und Erde und alle, die es hören, miteinander verbindet.
Die Trompete glitzert in der Morgensonne. Die ersten Töne des Chorals erklingen, hallen zurück. Der ganze Kosmos wird zum Resonanzraum.
Ich erinnere mich dabei an den 3. Satz von Gustav Mahlers 3. Symphonie, seiner kosmischen Symphonie. Sie ist eine meiner Lieblingssymphonien. Dort ertönt – träumerisch verklärt in romantischer Waldeinsamkeit – ein Posthornsolo über ruhigen, sphärischen Streicherklängen.
Hier am Turm aber wird mir die Kraft unserer alten Choräle wieder neu bewusst, ihre markanten Melodien und Weisen, die viele Generationen von Menschen über Jahrhunderte hinweg geprägt haben und nun über den Dächern von St. Georgen erklingen. Woche für Woche locken sie viele Menschen auf die Straßen rund um die Ordenskirche, auf den nahen Friedhof, in die Gärten, auf Balkone und Terrassen oder an das geöffnete Fenster.

Michael Lippert, am 22. Mai 2020
Dekanatskantor und Kirchenmusiker an der Ordenskirche Bayreuth St. Georgen

Der Kosmos erstrahlt!

Ostermorgen 2020 in Bayreuth St. Georgen

Nach der Ruhe des großen Sabbat und Christi Fahrt in das Totenreich, symbolisiert durch dumpfe Trommelschläge unter dem Kreuz von Golgatha, ertönte über den Gräbern des Friedhofs St. Georgen ein mächtiges, ehernes Brausen, die gewaltige Stimme des großen Tempelgongs – wie Feuer sprechend: „Christ ist erstanden, von der Marter alle!“
Trompeten und Posaunen verkündeten aus allen Himmelsrichtungen im Licht der aufgehenden Sonne den neuen Morgen, die neue Schöpfung, den Sieg des Lebens über den Tod. Dabei entstand – von morgendlichem Vogelgesang grundiert  – ein beeindruckendes Klanggemälde, das schließlich in das volle Geläute der fünf Glocken vom Turm der Ordenskirche einmündete.
„Christus ist auferstanden von den Toten und hat den Tod durch den Tod besiegt, und denen im Grabe das Leben gebracht“.
Mitwirkende dieser österlichen Klangskulptur, die am Ostersonntag, den 12. April 2020 bei Sonnenaufgang um ca. 6.30 Uhr auf dem Friedhof in Bayreuth St. Georgen stattfand, waren die Bläserfamilie Klaus, Benedikt und Konstantin Oetter, sowie Friederike Lippert (Gong/Tamtam), Konstantin Lippert (Handtrommel) und Michael Lippert (Solotrompete).
Fotos: Lena Wuttig und Gregor Lippert

Gesamtkunstwerk Kirchenmusik

Portrait Michael Lippert 1058

Michael Lippert ist hauptberuflicher Kirchenmusiker an der Ordenskirche Bayreuth St. Georgen und Dekanatskantor im Dekanat Bayreuth.
Auf dieser Homepage finden Sie Informationen über seine Kompositionen und Konzertprojekte sowie über die Angebote der Kantorei Bayreuth St. Georgen, mit der er neue Wege in der Kirchenmusik – und darüber hinaus – beschreitet.
Die Konzeption, Planung und Durchführung innovativer Musikprojekte im Spannungsfeld von Gottesdienst und Liturgie, Theater und Konzert ist ein Schwerpunkt in Michael Lipperts Schaffen.

Kurzvita
Michael Lippert, geboren 1965 in Hof/Saale, studierte in Bayreuth evangelische Kirchenmusik. Von 1992 bis 2005 war er Dekanatskantor in Naila (Oberfranken). Seit 2006 ist er Kirchenmusiker an der Ordenskirche in Bayreuth St. Georgen und Dekanatskantor im Dekanat Bayreuth.